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MARIAZELL

MAGNA MATER AUSTRIA
Die Legende berichtet von der Gründungsgeschichte, wonach ein Mönch namens Magnus mit einer Lindenholzmadonna in die Mariazeller Gegend geschickt wurde. Am 21. Dezember versperrte ihm nahe dem Ziel ein Felsblock den Weg. Magnus wandte sich Hilfe suchend an die Muttergottes, worauf sich der Felsen spaltete und den Weg frei gab. Am Ziel angekommen stellte der Mönch die Statue auf einen Baumstrunk und baute eine Zelle für die Mutter Gottes und für sich.
Nach einer weiteren Legende war der erste prominiente Pilger Markgraf Heinrich von Mähren. Er und seine Frau wurden in Mariazell von einer schweren Gichterkrankung geheilt und veranlassten um 1200 rund um die Kapelle den ersten romanischen Kirchenbau.
Gemäß Legende drei besiegte König Ludwig von Ungarn im Namen der Gottesmutter ein überlegenes feindliches Reiterheer und stiftete das wertvolle Madonnenbild, welches noch heute am Altar der Schatzkammer vor allem von ungarischen Gläubigen verehrt wird. Er veranlasste zum Dank den gotischen Ausbau, von welchem noch der Mittelturm und das barock umgestaltete Langhaus erhalten sind.
Der heutige Bau der Basilika entstand nach der Gegenreformation im 17.JH: Der wieder erstarkte Katholizismus und barocke Volksfrömmigkeit bewirkten einen starken Wallfahrerzustrom. Der barocke Um- und Ausbau der Kirche erfolgte nach den Plänen des großen St. Lambrechter Stiftsbaumeisters Domenico Sciassia ab 1644 und dauerte rund 50 Jahre. Der gotische alte Chor im Osten wurde vollkommen abgebrochen und ein neues Presbyterium mit längsovaler Kuppel angefügt. Durch diese Erweiterung des Kirchenbaus im Osten erzielte Sciassa einen großzügigen Raum, der große Wallfahrergruppen aufnehmen konnte.
Den Abschluss im neuen Altarraum im Osten bildet der Hochaltar, für den Abt Kaltenhausen niemand geringeren als den bedeutendsten Barockarchitekten Österreich J. B. Fischer v. Erlach beauftragte: Der 1704 geweihte Altar zeigt eine imposante Darstellung der Dreifaltigkeit: Über der aus einem einzigen Block geschaffenen Altarmensa schwebt der Tabernakel als silberne Weltkugel, umwunden von einer Schlange. Darüber Gottvater der Christus bereits vom Kreuz losgelöst zu sich in den Himmel zieht. Die beiden Figuren aus Silber getrieben wurden von einer Wiener Goldschmiedewerkstätte angefertigt. Die Assistenzfiguren Maria und Johannes sowie die beiden Engel sind nicht mehr aus der Entstehungszeit des Altars, da diese 1806 einer Silberablieferung zur Finanzierung der Franzosenkriege zum Opfer fielen. Im Jahr darauf wurden sie durch versilberte Holzstatuen ersetzt. Die gesamte Szene wird von einem Triumphbogen eingefasst, darüber Heilig Geist Taube und Engel. Im ersten Deckenfresko: die Magnuslegende - der Mönch im schwarzen Habit.
Am Gnadenaltar: Frühgotische Schnitzfigur der thronenden Muttergottes mit Kind, Spuren alter Bemalung, datiert: 2.Hälfte 13.Jahrhundert. Die Muttergottes hat eine eigene Garderobe mit rund 160 verschiedenen Outfits. Lediglich zu zwei Terminen im Jahr ist die Madonna in ihrem wertvollen historischen Bild zu sehen: um den Patroziniumstag, den 8. September und am offiziellen Gründungstag: den 21. Dezember.
Das große Mittelportal, durch das wir anlässlich unserer Ankunft in Mariazell einziehen durften, ist nur zu besonderen Anlässen geöffnet. Das Tympanonrelief aus dem 15. JH zeigt die Muttergottes, zu der sowohl der mährische Markgraf Heinrich als auch der Kg. Ludwig von Ungarn ihre Zuflucht nehmen. Es ist wohl kein Zufall, dass dieses Kunstwerk zu einer Zeit entstand, als unter dem Habsburger Regenten Albrecht II Böhmen und Ungarn Teile des Habsburger Länderverbandes werden. Die Bedeutung der beiden Gründer Heinrich und Ludwig wird noch durch überlebensgroße schwarze, das Hauptportal flankierende Bleifiguren, betont.
Die Wallfahrtskirche trägt den päpstlichen Titel einer Basilika minor, eine Auszeichnung für besondere Gotteshäuser.
Ein Beitrag von Maria Zifko
Ihr staatlich geprüfter Guide in der Hochsteiermark













